We Can Work It Out

We Can Work it Out
The Beatles
Veröffentlichung 3. Dezember 1965
Länge 2 min 15 s
Genre(s) Folk Rock
Autor(en) Lennon/McCartney

We Can Work It Out (englisch für: Wir können eine Lösung finden) ist ein Lied der britischen Band The Beatles, das 1965 veröffentlicht wurde und zu einem Welthit avancierte. Komponiert wurde es von Paul McCartney und John Lennon unter deren gemeinsamen Copyright Lennon/McCartney.

Hintergrund

Paul McCartney schrieb das Lied nach einer Auseinandersetzung mit seiner damaligen Freundin Jane Asher in einem der Schlafzimmer im Anwesen seines Vaters in Cheshire. Aus seiner Feder stammen die Strophen und der Refrain, die eine insgesamt eher optimistische Grundstimmung haben. Den pessimistischen Gegenpart im Mittelteil verfasste John Lennon. John Lennon sagte 1980 dazu: "In 'We Can Work It Out' hat Paul die erste Hälfte gemacht, ich die mittlere. Aber Paul schreibt: 'Wir können es schaffen, wir können es ausarbeiten' – wirklich optimistisch, ihr wisst schon, und ich ungeduldig: 'Das Leben ist sehr kurz und es gibt keine Zeit zum Streiten und Kämpfen, mein Freund.'"[1]

Aufnahme

Die Aufnahmen für We Can Work It Out zogen sich elf Stunden über zwei Tage hin. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Band an keinem anderen Lied so lange gearbeitet. Das Lied wurde während der Arbeiten zum Album Rubber Soul in den Londoner Abbey Road Studios aufgenommen. Produzent war George Martin, assistiert von Norman Smith.

Am 20. Oktober 1965 probte die Band zunächst das Lied und nahm im Anschluss zwei Takes auf. Fünf Stunden nahm das anschließende Overdubbing weiterer Instrumente und des Gesangs in Anspruch. Das markante von Lennon gespielte Harmonium wurde zufällig im Studio entdeckt, und während der Session wurde entschieden, es einzusetzen. Auch die Idee von George Harrison, den Mittelteil des Liedes in einem Dreivierteltakt ausklingen zu lassen, entstand erst während der Session.[2]

Am 28. Oktober 1965 fertigte George Martin eine Monoabmischung des Liedes an, die allerdings nicht zur Veröffentlichung vorgesehen war. Diese Abmischung sollte vielmehr als Vollplayback für einen Auftritt in der Fernsehsendung The Music of Lennon and McCartney dienen, in der die Band auftrat. Hierbei entschied sich die Band, den Gesang neu aufzunehmen. Dies geschah am darauffolgenden 29. Oktober 1965, an dem auch noch mehr Harmonium der Aufnahme hinzugefügt wurde. Im Anschluss wurde die endgültige Monoabmischung gefertigt.[3] Eine Stereofassung erfolgte am 10. November 1965 und war zunächst nicht erforderlich, da das Lied nur als Single erscheinen sollte und solche 1965 noch ausschließlich in Mono veröffentlicht wurden. We Can Work It Out erschien in Stereo erstmals am 20. Juni 1966 auf dem US-amerikanischen Kompilationsalbum Yesterday and Today. Am 10. November 1966 wurde eine weitere Stereoabmischung von George Martin für das Kompilationsalbum A Collection of Beatles Oldies hergestellt, die im Vergleich zur ursprünglichen Stereoversion eine andere Stereoanordnung des Harmoniums hat und der Gesang wurde an einigen Stellen mit Hall unterlegt.[4]

Besetzung:

  • John Lennon: Akustische Rhythmusgitarre, Harmonium, Hintergrundgesang
  • Paul McCartney: Bass, Gesang
  • George Harrison: Tamburin
  • Ringo Starr: Schlagzeug

Veröffentlichung

  • Ursprünglich sollte Day Tripper als A-Seite der Beatles-Single veröffentlicht werden. Der Beatles-Manager Brian Epstein vertrat jedoch die Ansicht, dass We Can Work It Out sich besser verkaufen würde. Lennon war damit nicht einverstanden und bestand auf Day Tripper als A-Seite. Letztlich wurde ein Kompromiss geschlossen, und die Single wurde am 3. Dezember 1965 als Doppel-A-Seite zeitgleich mit dem Album Rubber Soul veröffentlicht. Es war die erste Doppel-A-Seite, die je veröffentlicht wurde. We Can Work It Out wurde ein Welthit und erreichte in Großbritannien und den Vereinigten Staaten Platz eins der Singlecharts. In Deutschland erreichte das Lied Platz zwei.[5]
  • In den kommenden Jahren wurde We Can Work It Out für folgende Kompilationsalben der Beatles verwendet: A Collection of Beatles Oldies (1966), 1962–1966 (1973), 20 Greatest Hits (1982), Past Masters (1988) und 1 (2000).
  • Am 6. November 2015 wurde das Album 1 zum zweiten Mal wiederveröffentlicht. Dabei sind bei einigen Liedern, die von Giles Martin und Sam Okell neu abgemischt wurden, deutlich hörbare Unterschiede zu vernehmen. Die Stereo-Anordnung des Gesangs wurde verändert.[6][7]

Musikvideos

Die Beatles drehten drei Promotion-Filme für das Lied am 23. November 1965 in den Twickenham Film Studios in London. Regisseur war Joe McGrath. Die Schwarz-Weiß-Musikvideos wurden an Fernsehsender versandt. Die am häufigsten verwendete Version von We Can Work It Out war ein gespielter Studioauftritt, bei dem die Gruppe schwarze Anzüge trug. In einem anderen Musikvideo trug die Gruppe die Anzüge ihres Shea-Stadion-Auftritts, und der dritte Video beginnt mit einer Sequenz von John Lennon mit einer Sonnenblume über dem Auge.[8]

Coverversionen

Es wurden über 200 Coverversionen von We Can Work it Out veröffentlicht.[9]

Seit der Veröffentlichung von We Can Work it Out wurden beständig Coverversionen veröffentlicht, darunter von Petula Clark (1966), Deep Purple (1968), Valerie Simpson (1971), The Four Seasons (1976), Melanie (1978), Chaka Khan (1981), Tesla (1990), Heather Nova (2002), Chris de Burgh (2008) oder Big Time Rush (2012). Eine Fassung von Stevie Wonder, die 1971 als Single erschien und Platz 13 der Billboard Hot 100 erreichte, wurde 1972 für einen Grammy Award nominiert (Best Male R&B Vocal Performance).

Im Jahr 1987 coverte die Austropopgruppe S.T.S. das Lied mit dem deutschsprachigen Titel Red ma uns das aus.

Paul McCartney veröffentlichte 1991 eine Livefassung im Rahmen der Konzert-Reihe MTV Unplugged. Da er den Text vergessen hatte, musste das Lied mehrfach unterbrochen werden.

Weblinks

  • We Can Work It Out auf beatlesbible.com
  • Video bei YouTube

Einzelnachweise

  1. We Can Work It Out. 16. März 2008, abgerufen am 29. Mai 2022 (britisches Englisch). 
  2. Mark Lewisohn: The Beatles Recording Sessions. New York 1989: Harmony Books. ISBN 0-517-57066-1.
  3. 29 October 1965: Recording, mixing: We Can Work It Out, Day Tripper, The Beatles Bible.
  4. The Usenet Guide to Beatles Recording Variations. Abgerufen am 29. Mai 2022. 
  5. Archivierte Kopie (Memento vom 13. Dezember 2013 im Internet Archive)
  6. Eric Renner Brown Updated November 11, 2015 at 12:00 PM EST: Giles Martin details the Beatles' remasters that make you 'feel closer to the band than you ever did before'. Abgerufen am 29. Mai 2022 (englisch). 
  7. The Daily Beatle. Abgerufen am 29. Mai 2022 (britisches Englisch). 
  8. We Can Work It Out. 16. März 2008, abgerufen am 29. Mai 2022 (britisches Englisch). 
  9. Coverversionen von We Can Work it Out

Bandmitglieder:

John LennonPaul McCartneyGeorge HarrisonRingo Starr

Diskografie

Studioalben/Kernkatalog:
Please Please Me (1963) | With the Beatles (1963) | A Hard Day’s Night (1964) | Beatles for Sale (1964) | Help! (1965) | Rubber Soul (1965) | Revolver (1966) | Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band (1967) | Magical Mystery Tour (1967) | The Beatles (1968) | Yellow Submarine (1969) | Abbey Road (1969) | Let It Be (1970)

Livealben:
Live! at the Star-Club in Hamburg, Germany; 1962 (1977) | The Beatles at the Hollywood Bowl (1977) | Get Back:The Rooftop Performance (2022)

Alben mit unveröffentlichten Material:
The Beatles’ First (1964) | The Beatles Christmas Album (1970) | Sessions (ursprünglich geplant: 1985) | Live at the BBC (1994) | Anthology 1 (1995) | Anthology 2 (1996) | Anthology 3 (1996) | On Air – Live at the BBC Volume 2 (2013) | The Beatles Bootleg Recordings 1963 (2013)

Remixalben/Alternative Versionen:
Yellow Submarine Songtrack (1999) | Let It Be… Naked (2003) | Love (2006)

Internationale Kompilationen:
1962–1966 (1973) | 1967–1970 (1973) | Rock ’n’ Roll Music (1976) | Love Songs (1977) | Rarities (1979) | Reel Music (1982) | 20 Greatest Hits (1982) | Past Masters (1988) | 1 (2000) | Anthology Highlights (2011) | Tomorrow Never Knows (2012)

Britische Kompilationen:
A Collection of Beatles Oldies (1966) | The Beatles Ballads (1980) | The Beatles Box (1980)

US-amerikanische Kompilationen:
Introducing… The Beatles (1964) | Meet the Beatles! (1964) | The Beatles’ Second Album (1964) | A Hard Day’s Night (Soundtrack) (1964) | Something New (1964) | The Beatles’ Story (1964) | Beatles ’65 (1964) | The Early Beatles (1965) | Beatles VI (1965) | Help! (Soundtrack) (1965) | Rubber Soul (US-Version) (1965) | Yesterday and Today (1966) | Revolver (US-Version) (1966) | Hey Jude (1970) | Rarities (US-Version) (1980)

Deutsche Kompilationen:
The Beatles Beat (1964) | The Beatles’ Greatest (1965) | The Beatles DDR-Album (1965)

Boxsets:
The Singles Collection 1962–1970 (1976/77/82) | The Beatles Collection (1978) | The Beatles E.P.s Collection (1981) | The Beatles Box Set (1988) | The Capitol Albums Vol. 1 (2004) | The Capitol Albums Vol. 2 (2006) | The Beatles Stereo Box Set (2009) | The Beatles in Mono (2009) | The U.S. Albums (2014) | The Japan Box (2014) | The Singles Collection Box (2019)

Britische EPs:
Twist and Shout (1963) | The Beatles’ Hits (1963) | The Beatles (No. 1) (1963) | All My Loving (1964) | Long Tall Sally (1964) | Extracts from the Film A Hard Day’s Night (1964) | Extracts from the Album A Hard Day’s Night (1964) | Beatles for Sale (1965) | Beatles for Sale (No. 2) (1965) | The Beatles’ Million Sellers (1965) | Yesterday (1966) | Nowhere Man (1966) | Magical Mystery Tour (1967) | Baby It’s You (1995) | Free as a Bird (1995) | Real Love (1996)

Britische Singles:
Love Me Do (1962) | Please Please Me (1963) | From Me to You (1963) | She Loves You (1963) | I Want to Hold Your Hand (1963) | Can’t Buy Me Love (1964) | A Hard Day’s Night (1964) | I Feel Fine (1964) | Ticket to Ride (1965) | Help! (1965) | We Can Work It Out/Day Tripper (1965) | Paperback Writer (1966) | Yellow Submarine/Eleanor Rigby (1966) | Strawberry Fields Forever/Penny Lane (1967) | All You Need Is Love (1967) | Hello, Goodbye (1967) | Lady Madonna (1968) | Hey Jude/Revolution (1968) | Get Back/Don’t Let Me Down (1969) | The Ballad of John and Yoko (1969) | Something/Come Together (1969) | Let It Be (1970) | Free as a Bird (1995) | Real Love (1996)